Manie ist wie Vollgas fahren. Depression ist wie Stillstand. Betroffene erleben diese beiden Zustände oft ganz allein. Genau hier setzen unsere partizipativen Aktivitäten an: Sie holen diese Achterbahnfahrt aus dem Kopf heraus und bringen sie in den öffentlichen Raum, mitten unter die Menschen.
Egal, ob jemand eine Diagnose erhalten hat, eine angehörige Person ist oder einfach nur zufällig vorbeikommt: Hier begnügt sich niemand damit, nur zuzusehen. Hier wird mitgemacht.
Farben statt Worte. In unseren Kunstworkshops entstehen künftig Bilder, die die Höhen und Tiefen veranschaulichen – gemalt, geklebt, übereinandergelegt. Wer keine Worte findet, um seine Erfahrungen zu beschreiben, findet dort oft dennoch einen Weg, sich auszudrücken. Die entstandenen Werke bereichern eine gemeinsame, sich ständig weiterentwickelnde Bildsprache: die der Achterbahn.
Der Rhythmus macht sichtbar, was schwer zu beschreiben ist: das Tempo, die Pausen, die Ausbrüche. Bei offenen Musiksessions kann zukünftig jeder spielen, singen oder den Takt klopfen, ganz ohne Vorkenntnisse. Aus einzelnen Tönen entsteht ein gemeinsamer Klang.
Ein Pavillon, ein paar Stühle, aufrichtige Fragen. Der Raum für den Dialog lädt zum Gespräch ein: zwischen den Betroffenen, ihren Angehörigen und jenen, die bisher nur von außen zugeschaut haben. Keine Reden, keine Ratschläge. Zuhören und Erzählen auf Augenhöhe.
Die Angst vor dem Kontakt kann sich in Verständnis verwandeln. Schweigen in ein Gespräch. Beobachten in Mitwirken. Genau darauf zielen unsere zukünftzigen partizipativen Aktionen ab: anders denken, anders fühlen, anders handeln. Gemeinsam statt nebeneinander.
Die Höhen und Tiefen dieser Erfahrung kenne ich, Nikolas Migut, von innen. Deshalb weiß ich: Der Weg aus der Isolation beginnt oft mit einem einfachen gemeinsamen Moment. Genau den wollen wir gemeinsam schaffen.