Ich bin Nikolas Migut, Journalist, Sozialunternehmer, Gründer von StrassenBLUES. Und ich lebe mit einer bipolaren Störung.
Die Idee zu StrassenBLUES entstand 2012 mitten in einer manischen Episode. Seitdem trage ich zwei Wahrheiten mit mir: Diese Erkrankung wirft mein Leben immer wieder aus der Bahn, und genau darin liegen auch Kraft, Klarheit und Sinn.
Achterbahnleben ist der Ort, an dem ich diese Geschichte live weitererzähle, nicht rückblickend wie eine Bilanz. Ab 3. Oktober 2026, meinem 49. Geburtstag, spreche ich zum ersten Mal öffentlich über meine Diagnose. Mein Ziel: zeigen, dass ein Leben mit bipolarer Störung kein Ausnahmezustand ist, sondern gestaltbar, wenn wir aufhören, darüber zu schweigen.
Rund 9,5 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Depression. Mehr als zwei Millionen Menschen haben eine bipolare Störung. Doch eine psychische Erkrankung betrifft nie nur einen Menschen. Partnerinnen und Partner, Kinder, Eltern, Freundinnen und Freunde sowie Kolleginnen und Kollegen fahren mit auf dieser Achterbahn. Oft unsichtbar, oft allein.
Rechnet man diese Angehörigen hinzu, sind in Deutschland viele Millionen Menschen direkt oder indirekt berührt. Grob geschätzt könnte es jede dritte bis zweite Person sein.
Für sie alle ist Achterbahnleben da.
Was diese Unternehmung anders macht. Eine Stimme, die selbst betroffen ist, statt über Betroffene zu sprechen. Begegnung statt reiner Wissensvermittlung. Ein Angebot, das Betroffene und Angehörige gleichermaßen mitdenkt.
Damit das trägt, ruht Achterbahnleben auf drei Säulen: Aufklärung im öffentlichen Raum und an Schulen, Geschichten zum Lesen, Hören und Anwenden sowie eine kostenfreie Plattform für Angehörige.
Achterbahnleben soll künftig als gemeinnützige Unternehmergesellschaft (gUG) getragen werden von Menschen, die an dieses Anliegen glauben: von Spenden einzelner Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen, von Förderungen durch Stiftungen und Lotterien sowie von institutioneller Unterstützung durch Hamburg und den Bund. Jede dieser Formen der Unterstützung macht es hoffentlich künftig dauerhaft möglich, dass Aufklärung über bipolare Störung nicht an fehlendem Budget scheitert.
Dazu kommen künftig Einnahmen aus eigenen Angeboten: das Steady-Abo für vertiefte Newsletter-Ausgaben, der Verkauf des Workbooks "Bleib zuversichtlich" und des begleitenden Online-Kurses, Sponsoring von Unternehmen für einzelne Begegnungsformate sowie Honorare von Schulen und Behörden für durchgeführte Aufklärungsformate. So finanziert sich ein Teil der Arbeit direkt über die Angebote, die ohnehin entstehen, nicht nur über Spenden.
Sichtbar wird dieses Engagement in partizipativen Begegnungsformaten: Kunst, Musik und Dialog im öffentlichen Raum, dort, wo Betroffene und zufällige Passantinnen und Passanten ins Gespräch kommen, ganz ohne Hemmschwelle. Und in Schulen, wo wir mit Schülerinnen und Schülern genau dieselben Formate erproben, kostenfrei für sie, finanziert über ein Honorar der Schule oder der Stadt bzw. über Fördermittel. In beiden Fällen geht es um dasselbe Prinzip: Begegnung statt Distanz, Neugier statt Berührungsangst. Stigmatisierung verliert ihre Kraft, sobald Menschen miteinander statt übereinander sprechen.
Aus meiner eigenen Geschichte entstehen Formate, die dich und andere mitnehmen sollen. Zum Lesen, Hören und Anwenden:
Wer mit einem bipolaren Menschen lebt, wird selten mitgedacht. Dabei trägt diese Erkrankung immer auch die Menschen im nächsten Umfeld. Deshalb entsteht eine kostenfreie Plattform für Angehörige und enge Freunde: ein digitaler Ort für Orientierung, ehrliche Einblicke und erste Anlaufstellen für alle, die einen Menschen mit bipolarer Störung oder Depression begleiten. Der Zugang zur Plattform selbst kostet nichts, von hier aus führen die Wege dann weiter zu Angeboten, die tiefer gehen: zum Newsletter auf Steady, zum Buch und zum Workbook mit Online-Kurs.
Unsere Gesellschaft kennt bei psychischer Erkrankung oft nur zwei Zustände: funktionieren oder ausfallen. Dazwischen fehlen Sprache und Räume. Das ist kein persönliches Versagen, sondern ein Problem im System. Achterbahnleben schließt diese Lücke, gemeinsam mit Selbsthilfe, Fachleuten, Unternehmen und Kultur.
Dafür braucht es dich. Achterbahnleben lebt davon, dass Menschen mitlesen, mitfühlen und mitmachen. Auf Social Media erzählen wir in Text, Bild und Video laufend weiter, im Bereich Aktionen erfährst du mehr über unsere Mitmach-Events in Hamburg und in der Community findest du Anlaufstellen sowie Wege, in Kontakt zu bleiben.
Bleib zuversichtlich. Fahr mit, sprich mit, gestalte mit.